Reisekrankheiten

früher: Mittelmeerkrankheiten

Zunächst einmal sollte man erläutern, warum der vielfach immer noch verwendete Begriff “Mittelmeerkrankheiten” die Sache inzwischen nicht mehr ganz trifft, insbesondere nicht, was das nördliche Rumänien angeht, und warum man besser den Begriff Reisekrankheiten wählen sollte. 

Nordrumänien, in dem das Magic Land in Gherla liegt, gehört ohnehin nicht zu den typischen Mittelmeergebieten, wie z.B. Spanien, Italien, Griechenland. Unser Shelter befindet sich nördlich des 45° Breitengrades. Ausgeschlossen werden kann aber natürlich keine Krankheit, da die Krankheiten auch wandern und durch die große Reiselust sogar bereits verstärkt im nördlicheren Europa vorkommen. Bedingt durch den Klimawandel wurden die berüchtigten Überträger dieser Erkrankungen (z. B. die Sandmücke und diverse Zeckenarten) auch schon in Deutschland entdeckt. An Anaplasmose oder Ehrlichiose kann sich der Hund also durchaus auch in Deutschland durch einen Zeckenbiss infiziert haben. Es sind also, wenn man es ganz genau nimmt, auch schon längst keine reinen Reisekrankheiten mehr.

Wir führen bezüglich dieser Erkrankungen vor der Ausreise in Rumänien eine Testung durch. 

Weitere Information:

1. Unsere Hunde werden in Noricas Shelter sehr sorgfältig auf Krankheitszeichen jeglicher Art überwacht. Darauf können wir uns bei Norica absolut verlassen. Nur in sehr wenigen Sheltern gibt es eine tägliche Begutachtung jedes Hundes so wie sie es tut. Das heißt, dass bei uns kein Hund ausreist, der bereits irgendwelche erkennbaren Krankheitsanzeichen hätte.
2. Unser betreuender Tierarzt Dr. Peter Madaras (mehr lesen hier!) ist ein Mann mit sehr hohem Anspruch an sich selbst und seine Betreuung der Shelter-Hunde im Magic Land. Er ist einer der besten Tierärzte im Großraum Cluj-Napoca und auch er würde bei der kurzfristigen Kontrolle der Hunde vor dem Transport keinen Hund auf die Reise schicken, der auch nur die geringsten Anzeichen einer Erkrankung hätte.

Eine 100%ige Sicherheit, dass ein Tier nicht erkrankt ist, kann es sogar bei einer Testung nicht geben, denn das Tier könnte sich auch nach einem Test in Rumänien über eine Mücke oder Zecke jederzeit infizieren und der Test würde dies noch einige Zeit lang nicht anzeigen.

Die Inkubationszeit der Krankheiten beträgt teilweise mehrere Monate, so dass wir persönlich nach der Einreise eine Kontrolle der wichtigsten Erkrankungen durch die neuen Besitzer nach ca. 6 Monaten empfehlen.

Welpen oder Junghunde unter einem Jahr werden im Tierschutz grundsätzlich nicht getestet, denn hier macht ein Test keinen Sinn. Die mögliche Titererhöhung kann auch passiv durch die Mutter übertragen worden sein und der junge Hund muss daher nicht zwingend wirklich infiziert sein. Daher lassen Sie also Ihren jungen Hund ab einem Alter von ca. 1 Jahr in Deutschland testen, wenn Sie diese Krankheiten zu 100% ausschließen möchten.

Im Folgenden finden Sie Informationen über die häufigsten Reisekrankheiten, an denen Hunde erkranken können:

Die Babesiose wird durch einen Zeckenbiss einer Auwald-Zecke oder einer Braunen Hundezecke übertragen. Babesien vermehren sich in den roten Blutkörperchen und zerstören diese. Relativ häufig kommt es zu einer Doppelinfektion mit Ehrlichiose. Die Inkubationszeit beträgt ca. 10-21 Tagen. Die Symptome hängen vom Krankheitsverlauf ab, der perakut, akut, subakut, chronisch oder latent verlaufen kann. Eine Erkrankung an Babesiose wird auch Piroplasmose oder Hunde-Malaria genannt. Plasmodien sind keine Bakterien, sondern tierische Einzeller (Protozoen).
Es gibt auch Hunde, die sich mit Babesien, bzw. Piroplasmen, infiziert haben, aber keine Krankheitssymptome haben. Durch eine Blutuntersuchung kann man nach ca. 10 Tagen eine Infektion feststellen. Die Behandlung erfolgt durch 2 Injektionen des Medikamentes Carbesia, welches über eine internationale Apotheke bezogen werden kann, im Abstand von 2 Wochen. Es sollte in ein Kochsalzdepot mit Lokalanästhesie gespritzt werden. Eine zusätzliche Gabe eines Antibiotikums, in der Regel über 3 Wochen, ist sinnvoll. Die Heilungschancen sind in der Regel sehr gut.
Auch bei dieser Erkrankung liegt das Hauptaugenmerk auf der Prophylaxe, damit es nicht zur Infektion kommt. Mittlerweile sind auch in Deutschland, vor allem im Rhein-Main-Gebiet, infizierte Zecken nachgewiesen worden. 
Babesiose kann auch von der Mutterhündin auf ihre Welpen übertragen werden (vertikale Übertragung). Katzen können sich nicht mit Babesien infizieren. Ein erkrankter Hund kann keine anderen Tiere anstecken. Die Krankheit ist also nicht durch Körperkontakt, spielen, etc. übertragbar. Menschen können sich nicht mit Babesien infizieren. Für sie besteht keine Gefahr einer Ansteckung.

Symptome:

• Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche. Schleimhäute blass bis gelblich
• Sehr hohe Fieberschübe bis 42°
• Urin zeigt eine rötlichbraune Farbe. Freisetzung von Giftstoffen, die zu Organschäden der Nieren, Leber und Milz führen können, und somit zum      Tode
• Häufig Doppelinfektion mit Ehrlichiose, die von den gleichen Zecken übertragen werden kann. Die Tiere sterben sehr schnell an Atem- und           
  Kreislaufschwäche, sowie an inneren Blutungen
• Teilnahmslosigkeit, Apathie, Bewegungsstörungen, Lahmheit
• Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) werden zerstört
• Es kann zu Nierenversagen führen
• In seltenen Fällen ist das zentrale Nervensystem beteiligt

Hepatozonoose wird nicht durch einen Zeckenbiss, sondern durch das Hinunterschlucken infizierter Zecken verursacht. Die Zeckenart, die diese Krankheit überträgt, ist die Braune Hundezecke. Die tierischen Einzeller (Protozoen), die so in den Körper des Hundes gelangen, schädigen die Leber, Milz und das Knochenmark. Diese Erkrankung ist bereits in Nordrumänien vorgekommen und sollte bei entsprechenden Problemen des Hundes getestet werden.

Die Erreger befallen zunächst die Muskeln und später den Darm, was sich durch folgende Symptome äußert:

• Muskelschmerzen und Entzündungen der Muskeln
• Humpeln und Hinken
• Fieber
• Blutiger Durchfall und Gewichtsabnahme

Anaplasmose wird durch Zecken übertragen. Verursacher der Erkrankung ist ein Bakterium, das beim Stich der Zeckenart Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock) über deren Speichel in die Blutbahn des Hundes eindringt. Die Infektion mit Anaplasma phagocytophilum kommt in ganz Nord- und Mitteleuropa vor und ist auch in Deutschland häufig. Die Anaplasmose nennt man häufig auch die Schweizer Ehrlichiose. Sie ist daher keine reine Reisekrankheit. Das Bakterium gehört zur Gattung, bzw. zur Gruppe der Rickettsien.
Einmal in den Hundekörper eingedrungen, befällt Anaplasma phagozytophilum die Granulozyten, spezielle weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr des Körpers von Bedeutung sind und zerstört diese letztendlich. Zunächst aber gelangt das Bakterium mit den Granulozyten über die Blutbahn in den gesamten Körper. Dabei setzt es sich auch an der Wand von Blutgefäßen verschiedener Organe wie Leber, Nieren, Lunge und Hirnhäuten fest. Die Inkubationszeit ist nicht ganz genau bekannt, manche Quellen nennen einen Zeitraum von 4 – 20 Tagen.
Nach einer akuten Phase der Anaplasmose werden die Erreger entweder aus dem Körper eliminiert oder verbleiben im Knochenmark, ohne jedoch Symptome hervorzurufen (sogenannte subklinische Phase). Durch eine Schwächung des Immunsystems können die Erreger erneut aktiv werden und in der chronischen Phase der Erkrankung wieder klinische Symptome wie wechselnde Lahmheiten hervorrufen. Todesfälle sind relativ selten, können aber in jeder Krankheitsphase auftreten.
Das Mittel der Wahl gegen die Anaplasmose beim Hund stellt das Antibiotikum Doxycyclin dar. Je nach Schwere der Symptome sind zudem weitere Maßnahmen wie Bluttransfusionen, die Gabe des anabolen Steroids Nandrolondecanoat zur Stimulation des Knochenmarks sowie Prednisolon (Kortison) zur Dämpfung immunbedingter Reaktionen notwendig.
Bisher gibt es keinen in Deutschland verfügbaren Impfstoff gegen die Anaplasmose. Prophylaxe gegen Zecken ist der beste Schutz des Tieres. Anaplasmen-Infektionen bei Katzen sind eher selten. Auch Menschen können durch einen Zeckenstich an Anaplasmose oder Ehrlichiose erkranken. Anhand der Symptome lassen sich die Krankheiten Anaplasmose und Ehrlichiose kaum voneinander unterscheiden. Allgemein kann man aber sagen, dass eine Infektion an Ehrlichiose schwerer verläuft, als die an Anaplasmose.

Symptome:

• plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Verweigerung der Futteraufnahme
• Schwellung der Lymphknoten, Erbrechen, Durchfall, zentralnervöse Symptome mit Hirnhautentzündung, Netzhautablösung und Erblindung
• Blutarmut (Anämie), Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten), blasse Schleimhäute, auch Einblutungen in den Schleimhäuten möglich
• Es kann zu Vergrößerungen von Milz und Leber kommen
  Bei der Anaplasmose kann es aber zusätzlich zu den genannten Symptomen noch zu neurologischen und arthritischen Störungen kommen.
• z.B. Epileptische Anfälle
• Störung des Bewegungsablaufes (Schiefhalten des Kopfes)
• Entzündungen mehrerer Gelenke, Gelenkschwellungen, Gelenkschmerzen, Lahmheiten, Muskelschmerzen, Steifheit

Ehrlichiose nennt man gelegentlich auch Rickettsiose. Die Ehrlichiose wird durch Zecken übertragen. Durch den Stich einer infizierten Zecke (Ehrlichia canis) gelangen die Erreger über den Speichel der Zecke innerhalb von 48 Std. in das Blut des Hundes.
Bei den sogenannten Ehrlichien handelt es sich um ein Bakterium, das sich in den weißen Blutzellen festsetzt. Mit diesen wandert es in die Leber, Milz und zu den Lymphknoten, um sich dort zu vermehren. Häufig kommt es zu einer Doppelinfektion mit Babesien, da beide Erreger von der gleichen Zeckenart, die Braune Hundezecke, übertragen werden. Hauptwirt ist der Hund, bei Katzen spielen sie in der Praxis keine relevante Rolle.
Man unterscheidet 3 Krankheitsphasen:
Die akute Phase beginnt ca. 1-3 Wochen nach der Infektion und dauert ca. 2-3 Wochen an. Sie verläuft häufig unbemerkt und führt meistens nur bei Mehrfachinfektion mit Babesien und/oder Leishmanien zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die Symptome sind Apathie, Fressunlust oder Futterverweigerung. Durch das Absinken der Thrombozyten kommt es zur Blutungsneigung mit Nasenbluten und/oder punktförmige Blutungen auf den Schleimhäuten. Seltener sind blasse Schleimhäute und neurologische Symptome wie Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen.
Die subklinische Phase ist die zweite Phase, in der man dem betroffenen Hund oft nichts mehr anmerkt. Diese Phase kann Monate bis Jahre dauern. Je nach Zustand des Immunsystems und Schwere der Erkrankung kommt es zu einer Spontanheilung oder zur chronischen Erkrankung.
In der chronischen Phase kommt es zu Gewichtsverlust und einer weiterhin erhöhten Blutungsneigung.
Die Erreger können anhand einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Allerdings ist der Nachweis erst ab dem 20. Tag nach der Infektion möglich. Die Behandlung erfolgt durch ein Antibiotikum für 3-4 Wochen. Bei einer Co-Infektion mit Babesiose oder Leishmaniose müssen diese mitbehandelt werden.
Bei ausreichend langer Therapie haben die Hunde eine sehr gute Chance auf vollständige Heilung. Ist das Knochenmark bereits befallen, ist die Prognose ungewiss bis schlecht. Auch Menschen können durch einen Zeckenstich an Anaplasmose oder Ehrlichiose erkranken.
Anhand der Symptome lassen sich die Krankheiten Anaplasmose und Ehrlichiose kaum voneinander unterscheiden. Allgemein kann man aber sagen, dass eine Infektion an Ehrlichiose schwerer verläuft, als die an Anaplasmose.

Symptome:

• plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Verweigerung der Futteraufnahme
• Entzündungen mehrerer Gelenke, Gelenkschwellungen, Gelenkschmerzen, Lahmheit, Muskelschmerzen
• Schwellung der Lymphknoten, Erbrechen, Durchfall, zentralnervöse Symptome mit Hirnhautentzündung, Netzhautablösung und Erblindung
• Blutarmut (Anämie), Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten), blasse Schleimhäute, auch Einblutungen in den Schleimhäuten möglich
• Es kann zu Vergrößerungen von Milz und Leber kommen

Die Dirofilariose/Herzwurm wird durch den Stich einer (weiblichen) Mücke übertragen. Hier sind verschiedene Mückenarten möglich. Die Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) ist eine parasitäre Krankheit der Hunde, seltener auch der Katzen. Sie ist nur schwer zu behandeln und kann tödlich verlaufen. Sie kommt vor allem in Nordamerika vor, ist aber auch im Mittelmeerraum (vor allem in Italien, Griechenland, Südfrankreich), den Kanarischen Inseln, in Portugal und den tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet.
Überträger der Mikrofilarien (Embryonen der Herzwürmer) sind über 60 Stechmücken-Arten. Die Stechmücke saugt das Blut eines mit Herzwürmern infizierten Hundes. In der Stechmücke entwickeln sich die Embryonen zu Larven. Beim nächsten Stechakt werden die Larven in das Blut des Hundes übertragen. Die Larve entwickelt sich innerhalb von 6 Monaten zum geschlechtsreifen Herz-Wurm (adulter Wurm, Makrofilarien) und wandert dabei ins rechte Herz, die Lungenarterien und die große Hohlvene. Der erwachsene Wurm gibt Mikrofilarien ins Blut, die von einer Stechmücke weiterverbreitet werden. Die Makrofilarien sind 1 mm dick und 20-30 cm lang. Das Erregerreservoir bilden latent infizierte Hunde. Auch Katzen und Frettchen können sich anstecken.
70-100 Tage nach dem infektiösen Stich gelangen die adulten Herzwürmer in die Pulmonal Arterien und bereits nach 3 Monaten entsteht eine neue Generation von Herzwürmern. 6-7 Monate nach der Infektion kann man im Blut des Hundes neue Larvenstadien feststellen. Der Hund verliert an Gewicht und Kondition, leidet unter Husten, Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz. Durch ständige Reizung der Arterienwände kommt es zur Verdickung der Arterien. Dadurch kommt es zu einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf (Cor pulmonale) und einer erhöhten Thrombosegefahr, welche durch entzündliche Veränderungen und abgestorbene Würmer noch erhöht wird. Folgeerkrankungen können sein: rechtsseitige Herzinsuffizienz, Bauchwassersucht, Leberschwellungen, Lungenentzündung und Eisenablagerug im Organismus. Massiver Befall kann zu Blutrückstau in die Leber führen, was wiederum Erkrankungen der Leber und der Gallenwege verursachen kann. Beim weiteren Verlauf kann es zusätzlich zu Anämien, Ausscheidung des Blutfarbstoffes über den Urin und Gerinnungsstörungen kommen. Meist kommt es dann zu einem tödlichen Nierenversagen.
Der (Antigen-) Nachweis, oder Antikörper Bluttest, adulter Herzwürmer wird mittels Serum über einen ELISA-Test durchgeführt. Der mikroskopische Nachweis der Mikrofilarien ist über einen Blutausstrich möglich. Die Blutentnahme sollte in den Morgen- oder Abendstunden vorgenommen werden, da sich die Mikrofilarien dann in den Blutgefäßen dicht unter der Haut befinden. Bewegliche Mikrofilarien sind sichtbar.
Ein Test auf Herz-Wurm ist frühestens 6 Monate nach dem möglichen Ansteckungszeitraum sinnvoll. Manchmal treten Symptome auch erst nach Jahren auf. Die ausgewachsenen Würmer können eine Länge von 20-30cm erlangen.
Alle Mittel gegen Dirofilariose sind mehr oder weniger toxisch. Im Anfangsstadium sind die Larven noch gut behandelbar. Bei den erwachsenen Würmern ist eine strikte Boxruhe wichtig, damit die abgestorbenen Würmer die Blutbahnen und Gefäße nicht verstopfen. Das Risiko einer Embolie oder Thrombose bestünde. Bitte fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt. Menschen können sich durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Hund nicht anstecken.

Symptome:

• Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, chronischer Husten und schnelle Ermüdbarkeit, schlechte Kondition
• Atemnot, Atembeschwerden
• Bei Herzinsuffizienz durch erwachsene Herz-Würmer kommt es zu Bauchwassersucht (Aszites)
• Zusätzlich kann der Harn sich dunkel verfärben
• Auch Anämie (sehr blasse Schleimhäute) und Gelbsucht (gelbliche Schleimhäute) können einen Hinweis auf eine Infektion mit dem Herz-Wurm      sein

Borreliose ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene Infektionskrankheiten, die durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien (Spirochäten) ausgelöst werden. Borreliose wird durch den Stich der Holzbock-Zecke übertragen. Die Borrelien sitzen im Mitteldarm der Zecke und benötigen, um über ihren Speichel in den Hund zu gelangen, ca. 24 – 48 Stunden. Anschließend verteilen sie sich in der Haut, den Gelenken und im Zentralen-Nervensystem. Eine Erkrankung an Borreliose nennt man auch Lyme Borreliose.
Die Krankheit zeigt kein typisches Erscheinungsbild. Daher ist eine hundertprozentige Diagnose so schwierig. Der Verlauf kann in mehreren Schüben erfolgen. Nach einem Zeckenbiss und einer erfolgten Infektion, können zwischen zwei und fünf Monate vergehen, in denen man keine Veränderung am Tier feststellen kann. Dann aber können folgende Anzeichen auftreten: Fieber, Gelenksentzündungen sowie Einblutungen an den Stellen, an denen die Zecke gestochen hat. Zu späteren Zeitpunkten sollen Nierenerkrankungen, neurologische Symptome sowie Herzmuskelentzündungen durch die Borreliose ausgelöst werden können. Somit ist auch nicht auszuschließen, dass die Krankheit tödlich verlaufen kann.
Der Verlauf der Krankheit erfolgt schleichend. In den ersten Tagen nach dem Zeckenbefall kann es zu Fieber, Appetitlosigkeit und Schlaffheit bei Ihrem Hund kommen. Dann scheint für Wochen oder bis zu mehreren Monaten alles wieder normal. Plötzlich tritt eine Lahmheit auf. Diese Lahmheit, so wie sie in der Wissenschaft bezeichnet wird, würden wir eher als ein Hinterherhinken beschreiben.
Eine Behandlung erfolgt am besten mit dem Antibiotikum Doxycyclin. Die Vergabe des Medikaments erfolgt idealer Weise über drei bis vier Wochen. Die Therapie hat zwei Ziele: 1.) Die Erreger müssen abgetötet werden und 2.) Das gebildete Nervengift muss aus dem Körper gedrängt werden.
Vorsicht vor diesem Medikament ist bei trächtigen Hündinnen und Junghunden geboten.

Symptome:

• Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit
• Entzündung des Nervensystems und des Herzens
• Erkrankung und Funktionsstörung der Niere

Die Leishmaniose wird durch den Stich der weiblichen Sandmücke – aus der Gattung Phlebotomus – übertragen. Die Leishmaniose tritt unter anderem in den Mittelmeerländern auf, wie Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland oder der Türkei. Die Sandmücke überträgt mit ihrem Stich die Leishmanien, tierische Einzeller (Protozoen).
Die Inkubationszeit beträgt mindestens zwei Monate, bis zum Ausbruch der Erkrankung kann es jedoch Jahre dauern. Hunde können auch infiziert sein, ohne dass die Erkrankung jemals ausbricht. Die Leishmanien befallen die weißen Blutkörperchen im Knochenmark. Es gibt mindestens neun verschiedene Leishmania-Infantum-Stämme, deswegen können auch die Symptome unterschiedlichster Art sein. Erste Symptome können Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Haut- sowie Fellveränderung, Lahmheit und Fieber sein. Ein spezifisches Symptom ist das „Ausfransen“ der Ohren, also leichtes und mehrfaches Einreißen der Ohrränder. Das häufigste Krankheitsbild ist mit 60% der symmetrische Haarverlust und Schuppenbildung. 20% der betroffenen Tiere haben Hautgeschwüre über Knochenvorsprüngen, der Schwanzspitze, und an Ohren und Haut-Schleimhautübergängen. 12% haben Knötchenbildung in der Haut. Das ist ein Zeichen für eine ungenügende Immunabwehr. Die seltenste Form ist mit 4% die generalisierte Hautdegeneration mit Pustelbildung im Bereich des Körperstammes.
Ein direkter Nachweis der Leishmanien kann mittels zytologischer oder histologischer Untersuchungen erfolgen, bei welchen Zellen des Knochenmarks, der Lymphknoten oder der Haut mikroskopisch untersucht werden, was eine direkte Identifizierung der sich meist intrazellulär befindenden Leishmanien ermöglicht. Als weitere Untersuchung bietet sich als gentechnische Methode die PCR an, welche bei Proben aus dem Knochenmark eine Sensitivität und Spezifität von fast 100 Prozent aufweist.
Blutuntersuchungen auf Leishmaniose sind normalerweise indirekte Tests, da sich Leishmanien nur schwer im Blut nachweisen lassen. Im Blut wird daher nach Antikörpern gesucht, die das Tier nach einer gewissen Zeit gegen die Erreger gebildet hat.
Häufig ist eine vollständige Heilung der Erkrankung nicht möglich. Die therapeutischen Ansätze konzentrieren sich daher neben der Erregerelimination vor allem auf eine Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr, die Stabilisierung des Hundes und sollten vor allem auf die individuelle Situation des erkrankten Tieres abgestimmt werden. Viele betroffenen Hunde können mit der Leishmaniose gut leben und werden auch sehr alt. Schätzungen zu Folge, leben in Deutschland aktuell ca. 20.000 Hunde mit Leishmaniose.
Bei Nichtbehandlung des Hundes, endet die Krankheit tödlich durch Nierenversagen. Wichtig ist, dass der Hund keinem Stress ausgesetzt ist. Stress verschlimmert die Krankheit und kann zu neuen Schüben führen. Als vorbeugende Prophylaxe wird das Spot-on Präparat Advantix oder das Halsband Scalibor empfohlen.
Es existieren verschiedene medikamentöse Therapiemöglichkeiten. Bitte sprechen Sie ihren Tierarzt an. Bei einer Diagnose ist auch das Leishmaniose Forum sehr zu empfehlen: http://www.leishmaniose-forum-verein.com oder https://www.leishmaniose-forum.com
Eine Übertragung von Hund auf Mensch ist als sehr gering einzuschätzen, da die Krankheit über den Vektor Sandmücke übertragen wird.

Symptome:

• Augenerkrankungen, Nasenbluten, Krallenverkrümmung und auffallend schnell wachsende Krallen, Pigmentverlust im Nasen-Maul-Bereich,           
  geschwollene Lymphknoten
• Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Haut- sowie Fellveränderung, Lahmheit und Fieber, Schwäche
• „Ausfransen“ der Ohren, also leichtes und mehrfaches Einreißen der Ohrränder, symmetrischer Haarverlust und Schuppenbildung.
  „Brillenbildung“ um die Augen
• Hautgeschwüre über Knochenvorsprüngen, der Schwanzspitze, und an Ohren und Haut-Schleimhautübergängen
• Die inneren Organe können von Leishmanien befallen werden. Hier vor allem die Milz, Nieren und die Leber
• Vergrößerung der Milz, Vergrößerung der Leber
• Offene, verkrustete Wunden, die nicht abheilen

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